Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Nikosia, Zypern
Inhaltsverzeichnis
Nikosia ist die Hauptstadt Zyperns – und eine der ungewöhnlichsten Städte Europas. Seit 1974 teilt die sogenannte Grüne Linie der UN die Stadt in einen griechisch-zypriotischen Süden und einen türkisch-zypriotischen Norden. Auf einem einzigen Spaziergang begegnen dir orthodoxe Kirchen, osmanische Moscheen und venezianische Stadtmauern – alle fußläufig voneinander entfernt.
Nikosia, Zypern ist kein klassisches Urlaubsziel mit Strand und Poolbars. Genau das macht die Stadt ehrlich: Hier leben, arbeiten und streiten echte Zyprioten – keine Kulisse für Touristen.
Wann reisen und wie lange bleiben?
| Jahreszeit | Temperatur | Touristenandrang | Fazit |
|---|---|---|---|
| Frühling (März–Mai) | 18–26°C | Mittel | Ideal |
| Sommer (Juni–Aug) | 32–38°C | Hoch | Heiß, aber machbar |
| Herbst (Sep–Nov) | 20–28°C | Mittel | Sehr empfehlenswert |
| Winter (Dez–Feb) | 10–16°C | Niedrig | Ruhig und günstig |
Für die Altstadt reicht ein voller Tag locker aus. Zwei Tage geben dir die Möglichkeit, sowohl den griechischen als auch den nördlichen Teil ohne Hetze zu erkunden. Mit einem Mietwagen lässt sich das Programm erheblich erweitern: In einem Tag schaffst du die Kyrenia-Burg im Norden, eine Fahrt ins Troodos-Gebirge und bist trotzdem zum Abendessen wieder in der Stadt.
Nikosia eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für Tagesausflüge – vom Troodos-Gebirge bis nach Ayia Napa. Alle wichtigen Ziele der Insel sind innerhalb einer Stunde erreichbar.
Nikosia Sehenswürdigkeiten: Was wirklich einen Besuch lohnt
Die Sehenswürdigkeiten Nikosias tauchen selten in den Top-10-Listen der Reiseführer auf – dabei ist genau hier die eigentliche Geschichte Zyperns zu finden. Von gotischen Kathedralen aus dem 13. Jahrhundert bis zur UN-Pufferzone, die Nikosia zur einzigen geteilten Hauptstadt der Welt macht: Hier sind die Orte, die sich wirklich lohnen.
Die Altstadt und die venezianischen Stadtmauern
📍 Aristokyprou 11, Laiki Geitonia, Nicosia 1011
Die Nikosia Altstadt beginnt am besten bei den venezianischen Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert – einem der beeindruckendsten Beispiele Renaissance-Befestigungsarchitektur im gesamten Mittelmeerraum. Die Mauern haben die Form eines elfzackigen Sterns mit drei Toren; oben entlang kannst du die gesamte Stadtmauer zu Fuß ablaufen. Innerhalb der Mauern zieht sich die Ledra Street als Hauptfußgängerzone entlang: Cafés, Läden, Straßenmusiker und historische Fassaden auf engstem Raum. Am Ende der Straße liegt der Ledra-Checkpoint – der Fußgängerübergang nach Nord-Nikosia. Reisepass nicht vergessen, ein Personalausweis reicht nicht aus.
- Ledra-Checkpoint: täglich geöffnet, Überqueren vor 17:00 Uhr empfohlen
- Eintritt: kostenlos – Stadtmauern, Ledra Street, Laiki Geitonia-Viertel
- Anreise: 15 Min. zu Fuß von jedem Punkt der Altstadt; Parkplatz am Constanza-Bastion ~€1,50/Std.
Der türkische Teil: Selimiye-Moschee und Büyük Han
Büyük Han
📍 Asmaaltı Sk, Lefkoşa, Nordzypern
Selimiye-Moschee
📍 Selimiye Sk, Lefkoşa 99010, Nordzypern
Kaum überschreitest du den Checkpoint, befindest du dich in einer anderen Stadt – das ist keine Übertreibung. Die Selimiye-Moschee, das bekannteste Wahrzeichen Nord-Nikosias, wurde ursprünglich als gotische Kathedrale der Heiligen Sophia im 13. und 14. Jahrhundert erbaut. Nach der osmanischen Eroberung 1570 wurden zwei Minarette ergänzt und das Gotteshaus zur Moschee umgewandelt. Der Kontrast zwischen gotischen Bögen und islamischer Innenausstattung ist einzigartig – das muss man gesehen haben. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Büyük Han: eine prachtvolle osmanische Karawanserei aus dem 16. Jahrhundert mit einem belebten Innenhof, einem Brunnen und einer kleinen Kuppelmoschee in der Mitte. Heute finden sich dort Kunsthandwerksläden und gemütliche Cafés.
- Anreise: 5 Min. zu Fuß vom Ledra-Checkpoint, geradeaus die Hauptstraße entlang
- Selimiye-Moschee: täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; während des Gebets geschlossen (besonders freitags ~13:00–14:00 Uhr)
- Büyük Han: Mo–Sa 09:00–18:30, So 10:00–17:00
- Eintritt: beide Sehenswürdigkeiten kostenlos
- Währung: Im Norden werden türkische Lira und Euro akzeptiert; Kartenzahlung nicht überall möglich – Bargeld mitnehmen
Archäologisches Museum Zyperns
📍 Museum Street 1 (Μουσείου 1), Nicosia 1097
Das Zyprische Museum ist das älteste und größte archäologische Museum der Insel – und deutlich besser als sein Ruf. Die Sammlung umspannt 10.000 Jahre Geschichte: Terrakottafiguren, Goldschmuck, bronzezeitliche Skulpturen und ein eigener Saal für die berühmte Aphrodite von Soli. Wer verstehen möchte, warum Zypern kulturell so vielschichtig ist, findet hier die Antworten.
- Öffnungszeiten: Di–Fr 08:00–18:00, Sa 09:00–16:00, So 10:00–13:00; Montag geschlossen
- Eintritt: €4,50 / ermäßigt €2,50 / Kinder bis 12 Jahre kostenlos
- Anreise: 10 Min. zu Fuß von der Ledra Street, 5 Min. vom Paphos-Tor
- Tipp: Morgens hingehen – ab Mittag tauchen organisierte Reisegruppen auf
Erzbischöflicher Palast und Johanneskathedrale
📍 Archbishop Kyprianou Square, Nikosia 1505
Im Herzen des griechischen Teils der Altstadt steht der Erzbischöfliche Palast – ein imposantes neobyzantinisches Gebäude, das zwischen 1950 und 1959 errichtet wurde. Davor erhebt sich eine große Bronzestatue von Erzbischof Makarios III., dem ersten Präsidenten Zyperns und einer der prägendsten Figuren der Inselgeschichte. Direkt daneben liegt die Johanneskathedrale aus dem 17. Jahrhundert mit außergewöhnlichen Fresken aus dem Jahr 1736, die Szenen aus der zyprischen Kirchengeschichte zeigen. Alles liegt auf einem einzigen Platz – in einer halben Stunde hast du das orthodoxe, politische und kulturelle Zentrum der zyprischen Hauptstadt erkundet.
- Johanneskathedrale: Mo–Sa 08:00–12:00 und 14:00–16:00, So 08:00–12:00
- Erzbischöflicher Palast: Außenbesichtigung jederzeit möglich; Innenhof zu Bürozeiten geöffnet
- Eintritt: Kathedrale kostenlos; das benachbarte Nationalmuseum des Befreiungskampfes €3
- Kleidung: Schultern und Knie müssen bedeckt sein
- Anreise: 7 Min. zu Fuß von der Ledra Street, Richtung stadteinwärts
Shacolas Tower und der Blick auf die Grüne Linie
📍 Ledra Street 32 (Woolworth's-Gebäude, 11. Etage), Nikosia
Der Shacolas Tower gehört zu den unterschätztesten Sehenswürdigkeiten Nikosias – und ist gleichzeitig eine der eindrucksvollsten. Von der Aussichtsplattform aus siehst du die UN-Pufferzone als grauen Streifen verlassener Gebäude, der sich mitten durch die lebendige Stadt zieht. Ein stilles, aber eindringliches Bild – so etwas gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Im Inneren befindet sich außerdem eine kleine Multimedia-Ausstellung zur Geschichte der Teilung Nikosias.
- Öffnungszeiten: Mo–Sa 10:00–19:00, So 11:00–19:00 (im Winter bis 17:00)
- Eintritt: €2,50 / Kinder unter 6 Jahren kostenlos
- Beste Uhrzeit: 40–50 Minuten vor Sonnenuntergang – goldenes Licht und bester Panoramablick
Tipp: Plane den Übergang nach Nord-Nikosia möglichst vor 15:00 Uhr – einige Sehenswürdigkeiten schließen früh. Nimm immer deinen Reisepass mit, auch für die Fußgängerpassage am Ledra-Checkpoint.
Nikosia in 1–2 Tagen: So schaffst du alles
Ob ein Tag oder zwei – hier ist ein realistischer Plan, der ohne Stress funktioniert.
Tag 1 – zu Fuß durch die Altstadt:
- 09:00 – Spaziergang entlang der Stadtmauern, Start am Famagusta-Tor
- 11:00 – Überquerung des Ledra-Checkpoints nach Nord-Nikosia
- 11:30 – Selimiye-Moschee und Büyük Han, Kaffee in der Karawanserei
- 13:00 – Ledra Street, Mittagspause in einem der Straßencafés
- 14:30 – Archäologisches Museum Zyperns (1,5–2 Stunden einplanen)
- 16:30 – Abendessen im Laiki-Geitonia-Viertel: Meze und gegrillter Halloumi
- 17:30 – Erzbischöflicher Palast und Johanneskathedrale
Tag 2 – Ausflüge mit dem Mietwagen:
- Burg St. Hilarion (Nordzypern) – 40 Min. von Nikosia: Soll Disney als Vorlage für das Schloss in Schneewittchen gedient haben. Früh starten – die Burg ist nur von 09:00 bis 14:00 Uhr geöffnet. Einfahrt über den Kermia-Crossing-Checkpoint möglich.
- Weindörfer im Troodos-Gebirge (Omodos, Lefkara) – 50 Min. von Nikosia: Weinproben und traditionelle Steindörfer im Süden der Insel.
- Larnaka – 40 Min. von Nikosia: das nächste Meer zur zyprischen Hauptstadt. Den Tag an der Finikoudes-Promenade ausklingen lassen, zu Abend essen und auf direktem Weg über die A1 zurückfahren.
Viele Ziele am zweiten Tag sind ohne eigenes Fahrzeug kaum erreichbar – ins Gebirge fährt kaum öffentlicher Nahverkehr. Schau dir die Mietwagenoptionen in Nikosia bei Getmancar an: flexible Tarife mit Versicherung für die gesamte Insel.
Praktische Infos für Nikosia
| Parameter | Daten |
|---|---|
| Währung | Euro (€) im Süden; Türkische Lira (₺) im Norden |
| Sprache | Griechisch / Türkisch; Englisch wird überall verstanden |
| Verkehrsmittel | OSEA-Busse, Taxi, Mietwagen |
| Grenzübergang Nord-Nikosia | Ledra (zu Fuß), Agios Dometios (mit dem Auto) |
| Parken | Kostenpflichtig nahe der Altstadt, ~€1–1,50/Std. |
Eine lokale SIM-Karte gibt es am Flughafen oder im Elektronikfachhandel ab ca. €10. In Moscheen – auch in der Selimiye-Moschee in Nord-Nikosia – gilt Dresscode: Schultern und Knie bedeckt, Frauen tragen ein Kopftuch. Nikosia ist eine sehr sichere Stadt mit niedrigem Kriminalitätsniveau; die UN-Pufferzone darf unter keinen Umständen betreten werden.
Wo essen und was probieren?
Die Gastronomie ist ein eigenständiger Reisegrund für einen Besuch in der Hauptstadt Zyperns. Das Angebot ist authentischer und vielfältiger als in den Küstenorten – und spürbar günstiger.
- Tavernen im Laiki-Geitonia-Viertel – der klassische Einstieg in die zyprische Küche. Meze bestellen (15–20 kleine Gerichte), dazu Sheftalia (zypriotische Würstchen) und gegrillten Halloumi
- Kaffeehäuser in der Altstadt – zyprischer Kaffee wird nach orientalischer Art in einem kleinen Kupferkännchen gebrüht und traditionell mit Loukoum serviert. Immer nach „zypriotischem Kaffee" fragen – kein Espresso
- Nord-Nikosia – die türkische Seite lockt mit Börek, Tarhana-Suppe und Süßigkeiten: Baklava und Künefe
Unbedingt probieren: Meze, gegrillter Halloumi, Loukoumades (Honigbällchen) und ein Glas Commandaria – eines der ältesten Weine der Welt, dessen Geschichte über 5.000 Jahre zurückreicht. Richard Löwenherz soll ihn einst als „den Wein der Könige" bezeichnet haben.
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